Prager Studenten

Nach Süden nun sich lenken
die Vöglein allzumal;
viel Wandrer lustig schwenken
die Hüt’ im Morgenstrahl.
Das sind’ die Herrn Studenten,
zum Tor hinaus es geht,
auf ihren Instrumenten
sie blasen zum Valet, zum Valet:
“Ade, in die Läng’ und Breite,
o Prag, wir zieh’n in die Weite:
et habeat bonam pacem,
qui sedet post fornacem!”

Nachts wir durchs Städtlein schweifen,
die Fenster schimmern weit,
am Fenster drehn und schleifen,
viel schöngeputzte Leut’.
Wir blasen vor den Türen
und haben Durst genug,
das kommt vom musizieren, Herr Wirt,
einen frischen Trunk, einen Trunk!
Und siehe über ein kleines
mit einer Kanne Weines:
venit ex sua domo
beatus ille homo!

Nun weht schon durch die Wälder
der kalte Boreas,
wir streichen durch die Felder,
von Schnee und Regen nass.
Der Mantel fliegt im Winde,
zerrissen sind die Schuh,
da blasen wir geschwinde
und singen noch dazu, noch dazu:
“Beatus ille homo,
qui sedet in sua domo
et sedet post fornacem
et habet bonam pacem!”