Es wollt’ ein Mann in seine Heimat reisen

Es wollt’ ein Mann in seine Heimat reisen, er sehnte
sich nach seinem Weib und Kind. Da musste er den
finstern Wald durchstreifen, als plötzlich ihn ein
Räuber überfiel.

Gib her dein Geld, dein Leben musst du lassen, gib
her dein Geld, dein Leben ist dahin! Sonst werd’ ich
dich mit meinem Dolch durchbohren, ich mard’re dich
weil ich Räuber bin.

Mein Geld, mein Geld, das kann ich dir nicht geben,
ich öffne ja von selber meine Brust! Hier ist das Bild
von meiner Sel’gen Mutter, sie gab es mir als letzten
Abschiedgruss.

Da fiel der Räuber plötzlich vor ihm nieder, verzeih’,
verzeih’, dein Bruder steht vor dir! Zwölf Jahre
sind’s seitdem wir uns gesehen, und jetzt muss ich
als Räuber vor dir steh’n.

Komm heim zu mir, du vielgeliebter Bruder, steh auf,
steh auf du vielgeliebtes Herz! Dort wirst du eine
bessere Heimat finden, und brauchst nicht mehr, als
Räuber vor mir stehn.